Grußworte

Joachim Konrad
1. Bürgermeister des Markt Altusried

Liebe Freunde des Trachtenwesens,
liebe Besucher aus Nah und Fern!

Vor 100 Jahren haben sich in Grönenbach und Altusried heimatliebende Frauen und Männer zusammengetan, mit dem Ziel, „Sitt‘ und Tracht der Alten zu erhalten“.

Wenn wir die Vereinsgründungen im Jahr 1921 in einen historischen Kontext stellen, können wir deren Bedeutung richtig einschätzen, und zwar in zweierlei Hinsicht:

  1. Der erste Weltkrieg lag erst drei Jahre zurück. Die Menschen zu dieser Zeit hatten große Existenzsorgen. Eine warme Mahlzeit auf dem Küchentisch war nicht immer selbstverständlich. Trotz dieser materiellen Nöte ließen es sich die Begründer der beiden Vereine nicht nehmen, Tradition zu leben.

  2. Die Übersteigerung des Nationalismus war zu dieser Zeit sehr ausgeprägt. Die Rückbesinnung auf Regionalität war deshalb ein mutiger Gegenentwurf zur Geisteshaltung dieser Zeit.

Nachdem es auch Phasen gab, in denen Traditionsvereine als „uncool“ galten, erfreut sich das Trachtenwesen heute wieder großer Beliebtheit, auch bei jungen Menschen. Gerade in Zeiten der Globalisierung, in der die ganze Welt immer gleichförmiger, anonymer und austauschbarer wird, sehnen sich die Menschen nach dem Besonderen, dem Einzigartigen. Über die Tracht definieren wir unsere Herkunft, wir tragen sie mit Stolz, wir sprechen bewusst unseren Allgäuer Dialekt und setzen so ein Zeichen gegen die Gleichförmigkeit und Anonymität einer globalisierten Welt.

Aus diesem Gedanken heraus feiern wir im Jahre 2021 das Gautrachtenfest. Ich wünsche dem Festausschuss bei der Organisation allzeit eine glückliche Hand und den Besuchern schöne Stunden in Altusried!

  
Ihr Bürgermeister Joachim Konrad